Anwendungsgebiete der Verhaltenstherapie sind Ängste, Zwänge, Panikattacken, Depressionen, manisch-depressive zyklische Störungen, Suchterkrankungen (Alkohol, Medikamente, Drogen, Kauf-, Spiel-, Ess-, Magersucht) und psychosomatische Erkrankungen.

 

Psychosomatische Erkrankungen

Zu den psychosomatischen Erkrankungen gehören Erkrankungen des Urogenitaltraktes, des Gastrointestinaltraktes, des Herz-Kreislaufsystems sowie chronische Schmerzerkrankungen und Tinnitus. Somatopsychische Störungen nennt man Erkrankungen, die primär körperlichen Ursprunges sind, dennoch erhebliche psychische Folgen (z.B. reaktive Depression oder Anpassungsstörungen) haben.

 

Psychosen

Ich stehe Angehörigen und Betroffenen zur Seite und informiere ausführlich über die Krankheit und den Umgang mit der Erkrankung. Weitere Informationen erhalten Sie beim Verein für Angehörige psychisch Erkrankter (www.hpe.at).

 

Borderline Persönlichkeitsstörungen

Die erkrankte Person leidet meist an einer ausgeprägten inneren Spannung. Diese wird durch impulsive Durchbruchshandlungen wie unkontrollierte Affekthandlungen gegen sich selbst oder das Umfeld für kurze Zeit unterbrochen. Somit handelt es sich um eine Emotions-Regulationsschwierigkeit. Die Betroffenen und das Umfeld leiden unter einer  belasteten Nähe-Distanz-Regulationsstörung. Suizidale und parasuizidale Handlungen erschweren die Beziehungsgestaltung. Anhand einer klar strukturierten dialektisch-behavioralen Beziehungsgestaltung in der Therapie sowie eines fundierten Skills-Trainings können Menschen mit dieser Erkrankung emotionale und soziale Kompetenzen erlangen und somit mehr Autonomie in Ihrem Alltag erfahren. Bei vielen PatientInnen ist eine Traumatherapie im Laufe der Therapie erforderlich.

 

Depression/Chronic Unhappiness

Zu den Symptomen einer Depression gehören:  Antriebslosigkeit, Freudlosigkeit, innere Leere, Hoffnungslosigkeit, gedrückte Stimmung sowie somatische Symptome wie morgendliches Erwachen, innere Unruhe, Schlafstörungen, Libidoverlust, Appetitverlust und körperliche Symptome wie Nacken-, Rücken- oder Kopfschmerzen oder Verdauungsprobleme. Angst und Depression treten häufig gemeinsam auf.

Im Alter ist eine Depression oft nicht eindeutig erkennbar. Verwirrtheitszustände, Konzentrations- oder Aufmerksamkeitsstörungen lassen an eine Demenzerkrankung denken.

 

Zwangserkrankungen

Zwangserkrankungen sind wiederholt auftretende Verhaltensweisen und Handlungen, die für den Betroffenen einen Zwangscharakter haben (Wasch-, Kontroll-, Reinigungs-, Zähl- oder Ordnungszwang). Es entsteht ein Teufelskreis aus innerer Anspannung, Zwang und folglich wieder innerer Anspannung bzw. Verstärkung des Zwanges. Kurzfristig bringt die Zwangshandlung Erleichterung. Langfristig folgen jedoch Depressionen, Ängste und weiterer Kontrollverlust bzw. Zwangshandlungen. Die Zwangshandlungen haben oftmals religiösen, sexuellen oder aggressiven Charakter. Der Leidensdruck der Betroffenen ist sehr groß, da der Alltag massiv eingeschränkt ist.

Menschen mit einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung verspüren keinen oder kaum einen Leidensdruck. Oftmals wird der Drang zum Perfektionismus sozial genutzt (verlässliche Mitarbeiter), das Zusammenleben mit anderen Menschen ist durch das starre Leben nach moralisch überstrapazierten Formen, Regeln und Dogmen oft belastet.

 

Angst und Panik

Ängste haben grundsätzlich die Funktion uns vor Gefahren zu schützen. Wird die Angst jedoch überschießend, hat sie ihre Schutzfunktion verloren. Die Angst wird dann im Alltag einschränkend und erhält  einen Störungscharakter.

Durch die starke körperliche Begleitreaktion (psychovegetatives Schwitzen, Erröten, Herzrasen, Schwindel und Beeinträchtigung der Körperstatik) ist die Angst sehr unangenehm. Der/die Betroffene versucht alles, um die Angst zu vermeiden. Das Vermeidungsverhalten verstärkt jedoch die Angst, mit dem Ergebnis, dass die Angst allmählich weitere Teile des Lebens einnimmt. Im schlimmsten Fall entsteht aus einer spezifischen Angst (z.B. vor öffentlichen Plätzen, Verkehrsmitteln etc.) eine generalisierte Angst. Die körperlich stärkste Form der Angst ist die Panikattacke, die plötzlich und unerwartet die Person überrascht und zutiefst erschüttert. Die Angst vor der Angst ist ein Begleitresultat.

Expositonsverfahren verhelfen zu sozialer und emotionaler Kompetenz. Das Ziel hierbei ist, die Autonomie wieder zu erlangen.

 

Burn Out - die Erschöpfungsdepression

Bei der Erschöpfungsdepression handelt es sich um eine starke narzisstische Kränkung, nämlich der Einsicht, dass das reale Ich dem eigenen Ich-Ideal auf Dauer nicht entsprechen kann. Die Symptome ähneln einer Depression und zeigen sich dennoch vielfältiger. Während Frauen an der seelischen Instabilität (Weinerlichkeit, gedrückte Stimmung und Antriebslosigkeit) leiden, zeigt sich die Überlastung bei Männern häufig in einer zynischen, feindseligen Einstellung gegenüber den Mitmenschen. Häufig kommt eine Alkoholerkrankung hinzu.

 

Posttraumatische Belastungsreaktion

In Folge von sehr belastenden Ereignissen wie sexueller Missbrauch, Gewalttaten oder einer Naturkatastrophe kann eine Posttraumatische Belastungsstörung entstehen. Diese entsteht bis zu 6 Monate nach dem Geschehen und dauert über Monate oder Jahre an. Im Rahmen einer Traumatherapie können die Erlebnisse verarbeitet werden, sodass der Alltag nicht durch Flash-Backs oder psychovegetativen Reaktionen belastet wird.